Mit Edgar Lopez, Director of the Gibraltar Financial Intelligence Unit (GFIU)
Die Gibraltar Financial Intelligence Unit (GFIU) ist die zentrale Behörde für die Entgegennahme, Analyse und Weitergabe von Finanzinformationen zu Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung, Proliferationsfinanzierung und anderen Formen schwerer Finanzkriminalität. Neben ihren Kernaufgaben legt die GFIU großen Wert auf Aufklärung und Austausch. Mit ihrem Leitprogramm Project Nexus fördert sie die strukturierte Zusammenarbeit und den Informationsaustausch zwischen Behörden und Akteuren aus der Privatwirtschaft und stärkt so das gesamte System Gibraltars zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung (AML/CFT).
Gibraltar
Öffentliche Verwaltung, Finanzsektor
20+
Die Gibraltar Financial Intelligence Unit (GFIU) hat eine klare Aufgabe: Gibraltar vor Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung, Proliferationsfinanzierung und anderen Finanzdelikten zu schützen. Sie hat aber noch eine weitere Mission: dafür zu sorgen, dass Fachkräfte im öffentlichen und privaten Sektor über das Wissen und die Fähigkeiten verfügen, Finanzkriminalität zu erkennen und zu stoppen.
Früher bot die GFIU Schulungen in Form von Seminaren, Workshops und Sessions vor Ort an. Dieses Format war nützlich, aber begrenzt. Es gab keine Möglichkeit, die Beteiligung nachzuverfolgen oder die langfristige Wirkung zu messen. COVID-19 machte zusätzlich deutlich, wie riskant die starke Abhängigkeit von Präsenzveranstaltungen war.
Die GFIU beschloss, diese Krise als Chance zu nutzen. Statt die Schulungen auszusetzen, gestaltete sie sie neu. Mit Easygenerator brachte sie e-Nexus an den Start. Seitdem hat die E-Learning-Plattform e-Nexus der GFIU über 1.500 Fachkräfte geschult. Die Kurse behandeln komplexe und sich schnell entwickelnde Themen wie Terrorismusfinanzierung, Sanktionen, Ransomware, Menschenhandel, Proliferationsfinanzierung und Verdachtsmeldungen.
Dabei geht es nicht um abstrakte Theorie. Die Kurse sind praxisnah, fallbasiert und interaktiv, sodass die Teilnehmenden das Gelernte direkt in ihrem Arbeitsalltag anwenden können.
Edgar Lopez, der die GFIU leitet, hat diesen digitalen Wandel vorangetrieben. Er erklärt, dass der Schritt ins Digitale sinnvoll war, weil er die Grenzen des traditionellen Systems überwand. So konnte die GFIU mehr Menschen erreichen, Inhalte einheitlich halten und Kurse schnell aktualisieren, sobald neue Risiken auftauchten.
Herausforderungen
Vor Easygenerator setzte die GFIU auf Präsenzschulungen. Die Sessions mussten geplant, terminiert und viele Male wiederholt werden. Auf Dauer war das nicht tragbar. „Es gab weder einen zentralen Ort für Lernmaterialien noch eine Möglichkeit, die Beteiligung nachzuverfolgen, Feedback einzuholen oder die Lernwirkung zu messen“, sagt Edgar.
Dann brachte COVID-19 alle Präsenzveranstaltungen zum Erliegen, wodurch sofort eine Schulungslücke entstand. Als FIU von Gibraltar muss die GFIU Schulungen sowohl für den Finanzsektor als auch für den Nichtfinanzsektor anbieten. Außerdem muss sie die Erwartungen der Financial Action Task Force (FATF) an eine wirksame Aufklärungsarbeit erfüllen. Das heißt: Sie muss nachweisen, dass Schulungen nicht nur angeboten werden, sondern auch die richtigen Menschen erreichen.
„Um die FATF-Standards zu erfüllen, müssen wir die Wirksamkeit unserer Aufklärungsarbeit nachweisen“, erklärt Edgar. „Das heißt zu zeigen, dass Schulungen zugänglich und einheitlich sind und Wirkung zeigen.“
Die Lösung kam mit Phase 3 von Project Nexus, der Initiative der GFIU, ihre Aufklärungsarbeit mit technologischen Mitteln zu modernisieren. Aus der Not heraus startete die GFIU e-Nexus, eine digitale Plattform, über die Fachkräfte ortsunabhängig geschult werden.
Easygenerator gab dem Team ein Tool, das einfach, bezahlbar und flexibel ist. Für eine kleine Einheit mit vielen Aufgaben war das mehr als eine kurzfristige Notlösung. Es war die Chance, eine moderne Form der Schulung aufzubauen. Die Pandemie beschleunigte den Start, half der GFIU aber auch dabei, neu zu überdenken, wie sie mit ihren Partnern in Kontakt tritt.
Über e-Nexus können sich Fachkräfte anmelden und Schulungen in ihrem eigenen Tempo absolvieren. Sie haben Zugriff auf Module, die auf ihren Sektor zugeschnitten sind, arbeiten mit echten Fallbeispielen und überprüfen ihr Verständnis mit interaktiven Übungen. Kurse lassen sich schnell aktualisieren, sodass die GFIU mit sich wandelnden kriminellen Bedrohungen und neuer Gesetzgebung Schritt halten kann.
Dank dieses Digital-First-Ansatzes konnte die GFIU mehr Menschen erreichen, Inhalte an bestehende und neue Risiken anpassen und sicherstellen, dass auch kleine Unternehmen Zugang zu denselben Schulungen haben wie große Institute.
Edgar betont, dass es nicht nur um einen technischen Wandel ging. „Es ging darum zu zeigen, dass eine Behörde innovativ, anpassungsfähig und zukunftsorientiert sein kann. Wir wollten mit gutem Beispiel vorangehen und Technologie nutzen, um in Krisenzeiten widerstandsfähig zu bleiben.“
Dieses Lernmodell hat auch die Qualität der Meldungen verbessert. Fachkräfte absolvieren jetzt Online-Module und nehmen an Präsenzsessions teil, in denen sie komplexe Fälle besprechen. Dieser hybride Ansatz hat die Qualität der Meldungen bereits verbessert und wenig aussagekräftige oder rein vorsorgliche Meldungen reduziert.
„Mit Easygenerator haben wir bewiesen, dass eine Behörde in der Aufklärungsarbeit innovativ sein kann. Als Nächstes wollen wir die Qualität unseres Angebots weiter verbessern und gleichzeitig sicherstellen, dass alle Fachkräfte, die eine Schulung brauchen, auch Zugang dazu haben.“
Aus einer schnellen Reaktion auf COVID-19 ist mit e-Nexus eine langfristige Lernplattform geworden, die Gibraltar im Kampf gegen Finanzkriminalität unterstützt. Seit 2020 wurden über 1.500 Fachkräfte aus dem Finanz- und Nichtfinanzsektor geschult.
Das Feedback ist überwältigend positiv: 97 % der Lernenden bewerten die Kurse als gut oder sehr gut (Quelle, siehe Seite 8).

Die Plattform unterstützt eine hybride Aufklärungsarbeit: Fachkräfte absolvieren Kurse online und vertiefen die Themen bei Bedarf in Folgesessions. So kann die GFIU das Gelernte festigen und sektorspezifische Fragen beantworten. Dank des digitalen Modells kann das Team Kurse außerdem schnell an neue kriminelle Methoden anpassen, etwa an Ransomware-Angriffe oder geänderte Sanktionen.
Die Schulungen sind jetzt zielgerichtet und nachweislich wirksamer. Es zeigt sich, dass Fachkräfte qualitativ bessere Verdachtsmeldungen (Suspicious Activity Reports, SARs) abgeben. Die Meldungen sind klarer, fokussierter und für Analyst*innen nützlicher. Das zeigt, dass die Teilnehmenden das Gelernte in echten Fällen anwenden.
Auch Daten spielen eine wichtige Rolle. Lernfortschritt und Feedback fließen in das Modell der kontinuierlichen Verbesserung der GFIU ein, den sogenannten „Nexus Cycle“. So kann das Team Inhalte auf Basis der Daten gezielt weiterentwickeln.
Die Wirkung reicht inzwischen über Gibraltar hinaus. Die GFIU teilt ihre Kurse auch mit anderen FIUs, die Easygenerator nutzen, und ermöglicht ihnen, die Kurse an ihre jeweilige Gesetzeslage anzupassen.
„Andere FIUs fragen uns, wie wir das geschafft haben“, sagt Edgar. „Inzwischen gibt es Interesse, ähnliche Plattformen auch in anderen Rechtsräumen aufzubauen.“
Was als dringende Reaktion auf eine globale Pandemie begann, ist heute ein Grundpfeiler der AML/CFT-Aufklärungsarbeit in Gibraltar. e-Nexus ist nicht nur eine Plattform, sondern das Aushängeschild von Project Nexus – und der Beweis, dass Innovation und Anpassungsfähigkeit selbst in den am stärksten regulierten und komplexesten Bereichen Wirkung entfalten können.
Edgar bringt es auf den Punkt: „Bei der Digitalisierung ging es nicht nur darum, Schulungen während der Pandemie am Laufen zu halten. Es ging darum, ein nachhaltiges Modell für die Zukunft aufzubauen.“
Project Nexus ist auf Dauer angelegt. Gestützt durch die Kommunikationsstrategie 2025–2028 der GFIU wird e-Nexus weiterwachsen, mit neuen Kursen zu Risiken wie Cyberbetrug. Außerdem plant die GFIU, echte Fallstudien einzusetzen – unter Wahrung der Privatsphäre der Beteiligten –, damit Lernende an realen Beispielen arbeiten können.
Edgar fasst den nächsten Schritt zusammen: „Unser Fokus liegt jetzt darauf, Qualität und Reichweite unserer Aufklärungsarbeit zu steigern, damit alle Fachkräfte Zugang zu hochwertigen Inhalten haben und Schulungen für alle zugänglich sind, die sie brauchen.“
Die GFIU sieht das als fortlaufende Aufgabe, bei der Innovation, Verantwortung und Zusammenarbeit die nächsten Schritte prägen. Während Gibraltar vor neuen Herausforderungen steht, gibt e-Nexus der GFIU eine verlässliche Möglichkeit, vernetzt und vorbereitet zu bleiben.
Project Nexus ist das langfristige Programm der GFIU, um mit relevanten Akteuren in Kontakt zu treten und Gibraltars Abwehr gegen Finanzkriminalität zu stärken. Es begann als Initiative, um engere Beziehungen zwischen öffentlichem und privatem Sektor aufzubauen. Mit der Zeit hat es sich zu einer umfassenden Strategie entwickelt, die Schulung, Kommunikation und internationale Zusammenarbeit verbindet.
e-Nexus ist einer der zentralen Bausteine von Project Nexus. Die Plattform sorgt dafür, dass Schulungen kontinuierlich, einheitlich und für alle verfügbar sind. Das Projekt zeigt, wie eine Behörde Technologie nutzen kann, um Menschen informiert zu halten und in den Schutz des Finanzsystems einzubinden.
Als COVID-19 Präsenzseminare unmöglich machte, baute die GFIU e-Nexus mit Easygenerator auf. So wurden die Schulungen online verfügbar: Fachkräfte können jederzeit, überall und auf jedem Gerät lernen, und die GFIU kann Inhalte sofort aktualisieren.
Die GFIU hat über 15 Kurse zu komplexen Themen wie Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung, Proliferationsfinanzierung, Ransomware, Sanktionen und Menschenhandel erstellt. Die Kurse arbeiten mit Beispielen und interaktiven Übungen, damit das Lernen praxisnah bleibt.
Laut Edgar Lopez war Easygenerator bezahlbar, einfach zu bedienen und eine All-in-One-Lösung. Andere Plattformen waren zu teuer oder für Hochschulen gemacht, während Easygenerator genau zu den Anforderungen eines kleinen Behördenteams passte.
Mit Easygenerator konnte die GFIU 2020 schnell Online-Kurse starten. So liefen die Schulungen während der Pandemie weiter – und daraus entstand später ein hybrides Modell mit Online- und Präsenzsessions.
Die GFIU hat über 1.500 Fachkräfte geschult, 97 % positives Feedback erhalten, durch die interne Kurserstellung Kosten gespart und sogar Vorlagen mit anderen FIUs geteilt, um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu fördern.